Forum

Permanent natürlich

Augenbrauen verleihen dem Gesicht Kontur und Charakter. Wer nicht ganz zufrieden ist, kann kurzfristig mit Puder oder Stift für den perfekten Schwung sorgen – oder sich beim Nanoblading oder Microblading unter die Nadel legen. Das Gerät bringt den zarten Bogen dauerhaft in Form.

Mit Permanent Make-up Von Ute Schirmack gibt es mehrere Methoden, um die Brauen dauerhaftzu korrigieren. Eine davon ist das sogenannte Nanoblading. Dabei werden mit einem stiftartigen Gerät mikrokleine Nadeln in stets gleicher Tiefe unter die Haut gestochen und die Permanent- Make-Up-Farbe ebenmäßig eingebracht. Fehlende Härchen werden Pünktchen für Pünktchen, Stich für Stich nachgezeichnet. Stefanie Vujović von „Capegold“ in Berlin nutzt diese Technik, die sich aus dem sogenannten Microblading weiterentwickelte, seit acht Jahren: „Wir können mit den Nadeln die Farbe gleichmäßig immer nur knapp unter die Epidermis setzen. Dadurch verändert sich die Farbe nicht.“ Braun bleibt Braun und schlägt nicht ins Schwarze um – ein unerwünschter Nebeneffekt bei tiefer gestochener Farbe. Da die Farbe knapp unterhalb der sich permanent erneuernden Hautschicht sitzt, hat das Nanoblading eine begrenzte Haltbarkeit von etwa der bis fünf Jahren. Eine Auffrischung der Farbe nach zwei Jahren empfehle sich, so die Inhaberin des „Medical Beauty Center Berlin“. „Meist ist Natürlichkeit gefragt“, berichtet Stefanie Vujović aus ihrer Praxis. Es ist ein schmaler Grat zwischen dem „Alles wie vorher“-Eindruck und dem „Zuviel“, wenn die neuen Brauen als Balken wahrgenommen werden. Die Definition von „genau richtig“ ist Geschmacksund Kultursache: Orientalische Frauen schätzten eher die dicke schwarze Braue, die „nordischeren“ Typen wollten in aller Regel ihre blonden oder braunen Brauen ausgleichen, weiß Vujović. Oder überhaupt erst einmal sichtbar machen. Welche Variante auch immer gewünscht ist, ohne Vorbesprechung und Vorzeichnung geht es nie. In einem mindestens 30-minütigen Gespräch lässt sich Stefanie Vujović die Wünsche der Kundin erklären. Sie fragt Vorerkrankungen ab, etwa nach Diabetes oder Herpes. Auch Blutverdünnungsmittel müssen vor dem Nanoblading abgesetzt werden. „Die Behandlung geht im wahrsten Sinne des FOTOS: MARLENE FULDE (3) Wiebke Berner von Capegold sticht die Brauenkontur mit feinsten Nadeln nach Wortes unter die Haut. Da spielen Erkrankungen, Arzneimitteleinnahme und natürlich die Hygiene im Studio eine sehr große Rolle.“ Auch gut fürs Vorgespräch: Fotos mitbringen. Anhand von Bildern, beispielsweise aus jüngeren Jahren, lässt sich erkennen, wie die ursprüngliche Form und Farbe waren. Auch alle Infos von vorherigen Korrekturen sind hilfreich. „Leider gibt es keine Permanent Make-up-Pässe, denen ich entnehmen kann, was zuvor gemacht und welche Farbe verwendet wurde“, sagt Stefanie Vujović. Jede Haut sei anders, jede Kundin bringe andere Voraussetzungen mit. „Genetik, Sonne, Hormone, Stoffwechsel und Zellwachstum beein!ussen den Hautzustand ganz individuell.“ Nach dem Gespräch wird eine Schablone für die „neue“ Augenbraue erstellt. „Ich rate jeder Kundin, mindestens eine Nacht darüber zu schlafen“, sagt Vujović, die sich gelegentlich wundert, wie unbefangen einige Kundinnen an das Permanent Make-up herangingen: „Fragen Sie alles, was Sie wissen wollen, schließlich entscheiden Sie sich für eine dauerhafte Veränderung.“ Die eigentliche Nanoblading-Sitzung auf dem Kosmetikstuhl dauert eineinhalb bis zwei Stunden. Die neue Kontur wird auf die Haut gezeichnet. Gibt die Kundin ihr Einverständnis, kommt das Nadelgerät zum Einsatz. Die Haut wird lokal mit einer Creme betäubt, dann die gewünschte Farbe eingestochen. Durch die feinen Spitzen der unterschiedlich dicken Nadelbündel können verschiedene Farbnuancen unterschiedlicher Stärke gestochen werden. „Mit blonden Stichen zwischen Braun können Sie zum Beispiel mehr Volumen erzielen“, erklärt Stefanie Vujović den „3-DE Ziehen anstelle einer Komplettfärbung beim Haupthaar. In den ersten drei bis fünf Tagen nach der Behandlung ist wegen der Wundheilung erst einmal Vorsicht angebracht, ein Heilgel muss aufgetragen werden. Wer eine Behandlung in Erwägung zieht, sollte also den richtigen Zeitpunkt auswählen, um nicht in der Heilungsphase den Strandurlaub anzutreten oder den Kollegen im Büro mit Schorf im Gesicht zu begegnen. Die komplette Farbentwicklung ist nach dem Nanoblading erst nach etwa der Wundheilung spülen etwa 20 bis 30 Prozent der Farbe durch die Lymph- Flüssigkeit aus. Nach einem Monat folgt eine obligatorische zweite Sitzung. „Jede Haut nimmt die Farbe unterschiedlich an“, sagt Vujović. „Die Farbe kann dann noch nicht ganz gleichmäßig sein oder es können kleine Lücken entstanden sein, die wir dann auffüllen.“ So erklärt sich, weshalb das Nanoblading eine eher kostspielige Veränderung Behandlung, bei der Lücken in den Brauen gefüllt werden, kostet ab 450 Euro. Für eine „3-D“- Behandlung mit mehreren Farben muss mit etwa 450 bis 580 Euro gerechnet werden. Dazu gehören immer die beiden Sitzungen im einmonatigen Abstand sowie das Vorgespräch. Werden weitere Nachbehandlungen gewünscht, schlagen diese innerhalb von sechs Monaten mit jeweils 50 Euro zu Buche. Da die Farbe beim Nanoblading durch den nicht so tiefen Einstich im Laufe von drei bis fünf Jahren wieder verblasst, ist eine Auffrischung nach etwa zwei Jahren angeraten. Dann kostet das Treatment die Hälfte der Erstbehandlung. „So sind wir mit Technik, Farbe und Beauty-Trends immer auf dem neuesten Stand“, sagt Vujović. „Aber auch das Gesicht der Kundin verändert sich im Laufe der Zeit.“ Was bei den Augenbrauen funktioniert, ist ebenso bei Lippenkonturen oder Lidstrichen machbar. Dabei werden allerdings eher größere Nadelbündel, die etwas größere Flächen abdecken, benutzt. Bei den Augenbrauen kommen eher die sehr feinen Nadeln, die einzelne Härchen nachzeichnen, zum Einsatz. Aber auch bei Lippen und Lidstrichen gilt: „Lieber etwas vorsichtiger und natürlicher herangehen. Permanent Makeup soll kein Make-up ersetzen, sondern nur die Vorzüge hervorheben“, sagt Vujović. „Den Sophia-Loren-Lidstrich kann sich jede Frau für den großen Auftritt immer noch selbst malen.“

Artikel online lesen